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Überraschungsei (Spiel und Schokolade)
Einsatz Futterbeutel zur MO
MO = Motivation
Motivation läßt der Phantasie freien Lauf und kann verschieden aussehen. Jeder Mensch und jedes Vierbein spricht auf unterschiedliche Dinge mehr oder weniger motivierend an.
Unsere Vierbeiner sind "Egoisten" und arbeiten um so gieriger, je interessanter der Lohn dabei ist. Hier kann man keine
Formel aufstellen und muß selbst herausfinden auf was der eigene Hund anspricht.
Beim Thema
"Vom Welpe zum AGI-Hund"
möchte ich an dieser Stelle den Futterbeutel aus meiner Sicht näher erklären. Warum haben wir bei Ayko den Futterbeutel gewählt?
Ayko ist ein verspielter, wuseliger Hund, der schnell für alles zu begeistern ist. Ayko liebt jedes Spielzeug, allerdings bekommt er beim Arbeiten keinen Ball zur Bestätigung. In erster Linie aus gesundheitlichem Aspekt
, in zweiter Linie weil es ein Aussie
ist.
„Balljanki" – NEIN DANKE !
Ayko muss im AGI nicht
auf Distanz durch Ballwerfen bestätigt werden. Vera wechselt
zwischen Stoff-Futterbeutel
und Lederzerrspiel
ab.
Im Hinblick auf das Handling und die Stabilität des Futterbeutels gibt es große Unterschiede
, welche alle in ihrer Art mit mehr oder weniger guten Vor- und Nachteilen behaftet sind. Hier muß probiert werden
, was für den einzelnen Hund besser ist.
Da ich in den vergangenen Tagen erneut gefragt wurde, wie wir den Futterbeutel aufgebaut haben und wie wir den Futterbeutel heute einsetzen, schreibe ich nun hier an dieser Stelle einige Zeilen dazu und würde mich sehr über ein Feedback freuen.
Es gibt im großen Wild Word Web genügend Information über den Einsatz vom Futterbeutel und deren Methoden. Ich kann hier nur meine Erfahrungen niederschreiben.
Wir konditionieren den Futterbeutel, das heißt, der Vierbeiner bekommt sein täglich Futter über einen längeren Zeitraum aus diesem Beutel. Dies kann natürlich auch unterwegs beim Gassi stattfinden. Zeitgleich kann auch unterwegs während der Konditionierung ein „Schlachtruf" aufgebaut werden. Der Hund wird gerufen (Name oder Signal) und es gibt Futter aus dem Beutel. Wir machen es immer so, dass nur die zu fressende Ration sich im Futterbeutel befindet . Der Futterbeutel wird nach Gebrauch mit der nächsten Ration neu gefüllt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Hunde gieriger auf den Beutel werden, wenn sie alles leer fressen dürfen und nicht nach einem kleinen Happen aus dem Beutel gezogen werden. Es sollte auch nicht aus dem Beutel gereicht werden, wie aus einer Leckerlitüte mit der Hand zum Hund.
Ist die Konditionierung abgeschlossen so kann mit dem Beutel alles gemacht werden. So ist auch ein Zerrspiel vor der Futtergabe recht lustig und der Hund kann am Beutel anbeißen.
Wir lassen dabei den Hund am geschlossenen Beutel anbeißen und zerren den Beutel hin und her. Ist genug gespielt stellen wir unsere Aktion ein und halten den Hund, welcher den Beutel im Fang hält, ruhig. Läßt er ihn dabei fallen ist es prima und wir können den Beutel gleich aufnehmen und öffnen. Wird der Beutel weiter im Fang gehalten versuchen wir ihn nicht durch ein "AUS"-Kommando oder durch Zerren zurückzubekommen, sondern warten so lange ab, bis der Hund den Beutel fallen läßt und öffnen ihn dann sofort, oft ist auch Ablenkung sehr hilfreich dabei. Der Hund wird den Beutel mit der Zeit immer schneller freiwillig fallen lassen oder schon bei der Aktionseinstellung abgeben.
Dieser Beitrag richtet auf die Motivation im AGI. Unsere Hunde müssen den Beutel nicht bringen und auch nicht vorsitzen wie beim Apport. Da anfangs der Hundeführer den Futterbeutel immer reicht und es dann später zum Zerrspiel übergeht, verknüpft der Hund die „Öffnungszeit" des Beutels ganz genau und es geht in ein Ritual über. Wenn dann an Tag X der Beutel geworfen wird bringt der Hund vielleicht nicht gleich den Beutel automatisch zum Hundeführer zurück, doch er wird es relativ schnell unaufgefordert tun. Wenn wir den Beutel werfen und der Hund noch nicht unaufgefordert dem Beutel sofort zurückbringt, lassen wir ihm keine Zeit und gehen schnell entgegen zum Öffnen. Es kommt sehr schnell der Tag, und der Hund kommt zurück und fordert schnell die Öffnung des Beutels.
Ayko nahm anfangs den Beutel und rannte quer über den Platz. Da das Handling mit einer Schnur am Beutel sehr unpraktisch ist, wählten wir die Methode des Abwartens aus. Ayko bekam den Beutel geworfen und rannte damit weg. Vera setzte sich auf den Boden und wartete ab bis Ayko wieder zurückkam. Hatte er den Beutel dabei, gab es gleich Futter, hatte er den Beutel verloren wurde der Beutel von Vera geholt und bei der nächsten Bestätigung wurde der Beutel wieder aus der Hand gereicht. Da die Konditionierung offensichtlich noch nicht ausreichend war wird dann erst beim nächsten Wurf auf weniger Distanz bestätigt. Eine große Distanz verleitet anfangs den Hund, mit dem Beutel quer über den Platz zu springen.
Bei meinen Hunden habe ich nie zusätzlich das Bring gefordert. Es soll ein Überraschungsei bleiben, Spiel und Schokolade . Da wären wir beim nächsten wichtigen Thema, die Schokolade. Ich nehme bei meinen Hunden grundsätzlich nur ganz feine Köstlichkeiten in den Beutel. Ihr werdet in unserem Beutel nie Trockenfutter, Trockensticks oder Gemüse finden. Fleischhappen, Käse und Wurst, es soll ein Highlight für den Hund sein .
Mir sind die Gründe noch wichtig, warum wir bei Ayko mit dem Futterbeutel arbeiten. Ayko ist zum Arbeiten absolut genial, er nimmt Spielzeug und liebt Futterstücke, eigentlich der optimale „Sporthund". Wir bevorzugen im AGI das Futter, da das Futter bekanntlich beruhigt und den Hund nicht noch mehr aufdreht. Überraschungsei auch aus dem Grund, dass Ayko nach seinen Übungen kurz am Futterbeutel anbeißen kann und bei Vera bestätigt wird und noch sein geliebtes Futter bekommt. Ein Futterstück nur aus der Tasche gezückt ist für ihn kein Highlight.
Vorteil vom Futterbeutel ist, dass der Hund auch im Alltag oder während einer Verletzungspause prima damit ausgelastet werden kann. Der Futterbeutel kann versteckt oder an Ästen aufgehängt werden und es gibt lustige Suchspiele. Ich selbst arbeite in der Reithalle ausschließlich mit dem Futterbeutel, da immer Köstlichkeiten dabei sind, lassen meine Hunde das Pfärdeäpfelfressen. Weiter bekommt mein „Sam" im Alltag öfters zur Ablenkung den Beutel zum Tragen.
Großer Nachteil ist, wenn man länger unterwegs ist, oder auch im Sommer, dass die Köstlichkeiten gekühlt werden müssen.
Viel Spaß !!!
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